Wie Sie einen guten Makler erkennen

Die nüchterne Wahrheit: Ein Versicherungsmakler ist nicht automatisch gut, nur weil er freundlich wirkt oder viele Produkte anbietet. Entscheidend ist, ob er unabhängig, kompetent und langfristig zuverlässig arbeitet. So prüfen Sie das konkret:

1. Zulassung prüfen

Jeder seriöse Makler muss im offiziellen Register stehen:
Vermittlerregister der IHK
→ www.vermittlerregister.info

Achten Sie auf:

  • Status: Versicherungsmakler (§34d GewO)
  • Nicht: Versicherungsvertreter oder Mehrfachagent

Warum wichtig?
Makler = arbeitet für Sie
Vertreter = arbeitet für die Versicherung

2. Unabhängigkeit hinterfragen

Stellen Sie diese direkte Frage: „Mit wie vielen Gesellschaften arbeiten Sie regelmäßig zusammen?“

Gute Antwort:

  • viele Anbieter (zweistellig)
  • Auswahl nach Leistung und Preis

Warnsignal:

  • „Wir arbeiten hauptsächlich mit 2–3 Partnern“
  • ausweichende Antworten

3. Beratung testen

Ein guter Makler:

  • stellt viele Fragen zu Ihrer Situation
  • spricht über Risiken, nicht nur über Produkte
  • erklärt Leistungen und Ausschlüsse
  • rät auch einmal von etwas ab

Schlechter Makler:

  • spricht sofort über Tarife und Beiträge
  • „Das ist unser Bestseller“
  • Druck oder Zeitdruck

4. Schadenservice klären

Fragen Sie direkt: „Unterstützen Sie mich aktiv im Schadenfall?“

Gute Makler:

  • melden Schäden für Sie
  • übernehmen die Kommunikation
  • helfen bei Streitfällen

Wenn die Antwort lautet:
„Das machen Sie direkt mit der Versicherung“
→ Dann ist der Mehrwert gering.

5. Bewertungen richtig einordnen

Worauf achten:

  • Google-Bewertungen (nicht nur Sterne, auch Inhalte)
  • Erwähnungen von:
    • Erreichbarkeit
    • Hilfe im Schadenfall
    • langfristige Betreuung

Warnzeichen:

  • nur wenige Bewertungen
  • nur „nett und freundlich“
  • keine Erfahrungsberichte zu echten Fällen

6. Transparenz bei der Vergütung

Ein seriöser Makler erklärt:

  • Er erhält Provision von der Versicherung
  • Für Sie entstehen keine zusätzlichen Kosten
  • Keine versteckten Gebühren (außer bei einem expliziten Honorarvertrag)

Wenn das unklar bleibt → kritisch.

7. Betreuung nach Abschluss

Wichtige Frage: „Melden Sie sich regelmäßig zur Überprüfung?“

Gut:

  • Vertragscheck alle 1–2 Jahre
  • Anpassung bei Lebensänderungen

Schlecht:

  • Kontakt nur beim Abschluss

8. Bauchgefühl – richtig einordnen

Positives Zeichen:

  • sachlich, ruhig, kein Verkaufsdruck
  • erklärt verständlich
  • sagt auch: „Das brauchen Sie nicht“

Negatives Zeichen:

  • Drängen („Angebot gilt nur heute“)
  • Angst-Verkauf („Wenn morgen etwas passiert…“)
  • übertrieben gute Versprechen